Die besondere Lage des Splugatals hat schon in prähistorischer Epoche den
Durchgang von Menschen begünstigt.
Die natürlichen Zugänge , die in jener Zeit von der Fortdauer der
letzten Eisgletscher durch die Erhöhung der Durchschnittstemperatur des
Planets befreit wurden, ermöglichten damals die ersten Durchfahrten der
Menschen von einem Hang zum anderen der Alpen.
Die kulturellen Unterschiede der Völker und der ökonomischen Gebiete
auf beiden Seiten der Alpen führten die Menschen dazu, die Alpenwege häufiger
zu benutzen.
Die Bedeutung und der größere Erfolg, den bestimmte alte Strecken
gegenüber anderen Alpentrassen wurde durch die Handels- und Wirtschaftsinteressen
und auch durch deren strategisch-militärische Bedeutung bedingt. Die Wege
des alten Roms und des Mittelalters gingen schon damals durch den Splugapaß,
den Oberrhein und Chur, um die wichtigen Donauländer zu erreichen.
Mit der technologischen Entwicklung der Transportmittel und dem Bau der Fahrstraßen
im XIX. Jahrhundert, ist ein guter Teil des alten Wegenetzes aufgegeben worden.
Auf dem Boden bleiben Abschnitte von Wegen, die in verschiedenen Epochen gebaut
(wurden) und in der Regel nicht vor dem XVI.-XVII. Jahrhundert wiederaufgebaut
und in Ordnung gebracht wurden.
Die jetzige befahrbare Strecke, die von Chiavenna zum Paß führt,
ist zwischen 1818 und 1822 von den österreichischen Behörden des Lombardischen-Venetischen
Reichs, die infolge des Wiener Kongresses ab 1815 die Kontrolle über dieses
Gebiet übernommen hatten.
Seit jener Zeit hat die Strecke einige Veränderungen erlebt, bedingt durch
die Wiederholung von gewaltigen Überschwemmungen, die deren Effizienz stark
beansprucht haben. Während des Baus des 1931 gefüllten Staubeckens
von Montespluga, wurde die lange veränderte Strecke gebaut, die den neuen
See von der östlichen Seite umging. Die Straße behielt bis Ende der
40er Jahre ihre internationale Wertigkeit, als sie in der Wintersaison durch
den Postdienst mit Schlitten und Pferden durchfahren wurde. Seitdem der S.Gottardo-Tunnel
gebaut wurde, hat der Splugapaß seine strategische Bedeutung im Kontext
der internationalen Wirtschafts-beziehungen eingebüßt und sich in
eine Zugangsstraße umgewandelt, um touristische Orte und Ziele zu erreichen.
Die Ebene, auf der die Ortschaft Montespluga liegt, hat die Bezeichnung Piano
della casa übernommen, weil an ihrem nördlichen Ende schon in alten
Zeiten die "Ca de la Montagna" stand, ein Gebäude, in dem Wanderer
und Lasttiere Unterschlupf fanden. Ein anonymer Schreiber im XVII. Jahrhundert
schrieb Folgendes dazu: "Menschen und Saumtiere würden allzu oft ihr
Leben auf diesem Berg verlieren, wenn es nicht diesen Unterschlupf gäbe".
Wenn die Schneestürme wüteten, wurde hier - wie auf allen Berghütten
in den Alpen - eine Glocke geläütet, "um die vermißten
Reisenden zu orientieren und sie zu einer barmherzigen Zuflucht zu rufen. Die
Rast in der Ca', in der auch eine Gaststätte im Betrieb war, bot unter
anderem den Händlern des Rheintals und des Splugatals die Gelegenheit,
ihre Waren untereinander auszutauschen. Hier hielt auch die Kutsche von Lindau
an, die seit 1823 den Bodesee mit Mailand verband.
Val di Ciavenna. Su per lago di Como di ver Lamagnia
è valle di Ciavenna dove la Mera fiume mette in essa lago. Qui
si truova montagnj sterili e altissime chon grandi scogli. In queste montagnie
li uccielli d'acqua dette maragonj. Qui nasscie abeti larice appinj, dainj
stambuche, chamoze e teribili orsi. Non ci si po' montare se none a 4
piedi. Vannoci i villanj a tempi delle nevi chon grande ingiegnj per fare
trabochare gli orsi giù per esse ripe. Queste montagnj strette
metano i mezo il fiume. Sono a desstra e assinistra per isspatio di miglia
20 tutte a deto modo. Truovasi di miglio i miglio bone osterie. Su per
detto fiume si truova chadute di acqua di 400 braccia le quale fanno belvedere.
Ecci bon vivere a 4 soldi per ischiotto. Per esso fiume si chonduce assai
legniame"
(Leonardo da Vinci) |