Der Passo Spluga (aus "spelu[n]ca", d.h. Spelunke, Grotte) liegt mitten
in den Alpen auf 2113 über dem Meeresspiegel und stellt den Schnittpunkt
zwischen den Lepontischen Alpen im Westen und den Rätischen im Osten dar.
Die besondere Lage des Splugatals, oder des S.Giacomo-Tals, das von hier in
Richtung süden abzweigt, hat historisch einen Knotenpunkt für Handel
und Kultur zwischen den natürlichen Zugangswegen auf beiden Seiten der
Alpen dargestellt: dem langen Talweg des Lario nach Süden und dem Rheintal
nach Norden.
Im Süden die Ebene von Chiavenna (330 m auf dem Meeresspiegel) und der
Einbruch des Tals, der tiefer und näher an der alpinen Wasserscheide des
gesamten Alpenbogens liegt.
Im Norden dringt sich die Hochebene des Rhein bis Thusis in den Graubünden
vor, der 43 Km von Chiavenna entfernt ist und auf 6380 m über dem Meeresspiegel
liegt.
Die Nord-Süd-Verbindung wird heute durch die Bundesstraße 36 (SS
36) des Comer See und des Spluga gewährleistet, die in Mailand beginnt
und nach 140 Km am italienisch-schweizerischen Grenzübergang endet
Die Gebirgszüge um das Tal, nördlichster Ausläufer der Lombardei,
ebenso wie die des benachbarten Valtellina-Tals, sind das Ergebnis eines grandiosen
Prozesses: nachdem sich die Materie durch sehr langsame Vorgänge gebildet
hatte, kamen die Felsen vom Grund eines alten Ozeans empor, der Tethys.
Das Tal wird vom Wildbach Liro durchquert, einem Zufluß des Mera der seinerseits
in die Adda mündet, und ist von zwei Gebirgsketten umgeben, die es von
den Flußgebieten der Moesa und damit des Tessin im Westen, und des Rheins
von Lei im Osten trennen; der in den nördlich des Splügen Passes fließenden
Hinterrhein mündet.
Wer vom Norden kommt und den Paß überschritten hat, steigt zu dem
besaubernden und charakteristischen Dorf Montespluga, auf 1908 m Höhe,
hinunter.
Die breite Mulde aus der Eiszeit, noch heute die Sommerweide für Herden
von Kühen und Pferden, wird seit 1931 von den Gewässern eines künstlichen
See eingenommen, der die Landschaft prägt.
Die Mulde wird von einegen der wichtigsten Bergspitzen des Tals umrahmt: Pizzo
Tambò (3279 m), Pizzo Ferrè (3103 m) Pizzo Suretta (3207 m) und
Pizzo Emet (3208 m) umrahmt.
Am Fuß dieser Berggipfel kann man eine Reihe von kleinen Seen aus der
Eiszeit bewundern, die der Hochebene ihren besonderen Charakter geben